Neuer Ausgleich der Haftpflichtkostensteigerungen (Sicherstellungszuschlag)

Durch die Entscheidung der Schiedsstelle zum neuen Hebammenhilfevertrag wird der Ausgleich für Haftpflichtkostensteigerungen bei freiberuflichen Hebammen, die geburtshilflich tätig sind, neu geregelt (siehe auch Anlage 1.4 zum neuen Vertrag). Unserer Meinung nach ist die neue Lösung aus finanzieller Sicht fairer und verbessert gleichzeitig Ihre Planungssicherheit deutlich. Leider müssen im Gegenzug gewisse bürokratische Hürden in Kauf genommen werden, weil für den Ausgleich ein schriftlicher Antrag erforderlich ist.

Mit der neuen Regelung haben alle Hebammen, die die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, zukünftig einen Anspruch in einheitlicher Höhe. Die Erstattung erfolgt unabhängig von der Leistungsabrechnung. Die bisherige Lösung benachteiligte insbesondere Hebammen mit wenigen, über das ganze Versicherungsjahr verteilten Geburten, da der Ausgleich an die Abrechnung gekoppelt war.

Der Ausgleich erfolgt ab dem aktuellen Versicherungsjahr beginnend zum 1. Juli 2015 auf Antrag der Hebamme beim GKV-Spitzenverband (GKV-SV). Bei einem Antrag, der erstmals frühestens im Januar 2016 gestellt werden kann, müssen folgende Unterlagen eingereicht bzw. vorgehalten werden:

  • Antragsformular mit Angabe des Antragszeitraums
  • Nachweis über die Erbringung und Abrechnung einer geburtshilflichen Leistung mit einer gesetzlichen Krankenkasse (eine Geburt pro Quartal)
  • Nachweis der geburtshilflichen Haftpflichtversicherung für den im Antrag angegebenen Ausgleichszeitraum
  • QM-Nachweis (gesonderte Info dazu kommt noch von uns)

Die Vertragstexte zum neuen Haftpflichtausgleich lassen allerdings noch Fragen offen. Mit dem Ziel, Ihnen eine einfache Antragsstellung zu ermöglichen, werden wir diese in den nächsten Wochen für Sie klären. Sobald alles klar ist, informieren wir Sie persönlich (per Email oder Post), damit Sie dann ab Januar möglichst schnell den neuen Ausgleich beantragen können.

Die Höhe des Ausgleichsbetrags wird nach einem einheitlichen Schema vom GKV-SV berechnet. Hier beispielhaft eine Berechnung mit den Beträgen aus dem DHV-Gruppenvertrag (ohne Vorschaden):

Ganzjährige Haftpflichtprämie mit Geburthilfe (ohne Vorschaden)    6.274 €
Abzgl. Höhe Haftpflichtprämie mit Geburtshilfe (bis 30.06.2010)  - 1.000 €
Abzgl. Festbetrag für enthaltene Privat-Haftpflicht  - 150 €
Abzgl. Anteil Privat/Selbstzahler am Haftpflichtausgleich (7,5%)  - 471 €
Abzgl. Anteil für nicht geburtshilfliche Leistungen (5%)  - 314 €
Ausgleichsbetrag für ganzes Versicherungsjahr    4.340 €
Nicht ausgeglichener Anteil der Hebamme     1.934 €

 
Bei weiter steigenden Haftpflichtprämien steigt natürlich auch der Ausgleichsbetrag, den Sie vom GKV-SV erhalten, entsprechend an. Durch die prozentualen Abzüge (für Privatversicherte/Selbstzahler und die nicht geburtshilflichen Leistungen, insgesamt 12,5% der Haftpflichtprämie) steigt der nicht ausgeglichene Betrag, den Sie selbst tragen müssen, aber nur moderat an. So müssten Sie z.B. bei einer Prämiensteigerung um 1.726 € auf 8.000 € „nur“ 216 € an Mehrkosten tragen, den Rest würde man Ihnen rückwirkend erstatten.

Beispielrechnung bei Steigerung der Haftpflichtprämie auf 8.000 €:

Ganzjährige Haftpflichtprämie mit Geburthilfe (ohne Vorschaden)    8.000 €
Abzgl. Höhe Haftpflichtprämie mit Geburtshilfe (bis 30.06.2010)  - 1.000 €
Abzgl. Festbetrag für enthaltene Privat-Haftpflicht  - 150 €
Abzgl. Anteil Privat/Selbstzahler am Haftpflichtausgleich (7,5%) - 600 €
Abzgl. Anteil für nicht geburtshilfliche Leistungen (5%) - 400 €
Ausgleichsbetrag für ganzes Versicherungsjahr    5.850 €
Nicht ausgeglichener Anteil der Hebamme     2.150 €